Einfluss der Temperierung auf die morphologische Struktur

Aufgrund des Bedarfs nach Miniaturisierung von Bauteilen mit hoher Leistungsfähigkeit sowie der Einsparung von Material und Gewicht befinden sich heute im Spritzgießverfahren hergestellte Dünnwand- und Mikrobauteile bereits auf beachtenswertem technischen Niveau. Dennoch wird meist das Potential der eingesetzten technischen Thermoplaste nicht vollständig ausgenutzt. Im Herstellungsprozess unterliegt der Werkstoff geometriebedingt einer raschen Abkühlung. Deren Einfluss auf die innere Struktur spiegelt sich meist auch in einem veränderten Verhalten im Einsatz wider.

Der Lehrstuhl für Kunststofftechnik analysiert systematisch die Wirkzusammenhänge zwischen der Prozessgestaltung, der Ausbildung innerer Strukturen und den daraus resultierenden Gebrauchseigenschaften z. B. auch für die Anwendung in tribologischen Systemen. Die Forschungsarbeiten beschäftigen sich einerseits mit der Entwicklung und Erforschung neuer Prozessstrategien, z. B. mittels gering wärmeleitender Werkzeugwerkstoffe oder einer dynamischen Formnesttemperierung, um Verarbeitung und Gebrauchseigenschaften zu optimieren. Hierunter fallen auch Verfahrensvarianten wie das Expansionsspritzgießen. Andererseits werden größen- und prozessbedingte Einflüsse auf das Langzeitverhalten (Alterung) solcher Bauteile charakterisiert. Gleichzeitig erfolgt die Weiterentwicklung und Optimierung dimensionsgerechter Prüftechniken zur präzisen Bauteilcharakterisierung.

Auch die Erweiterung der Herstellungsverfahren der Mikrotechnik ist ein Aspekt der Forschungstätigkeiten des Lehrstuhls. Aktuelle Arbeiten zielen auf die Integration des Mikro-Thermoformens thermoplastischer Folien in den Spritzgießprozess zur Realisierung multifunktionaler, dünnwandiger Mikrostrukturteile ab.

Ansprechpartner

Christopher Fischer, M.Sc.