Der Keramikspritzguss nutzt die geometrischen Freiheiten des Spritzgießverfahrens zur Herstellung komplexer keramischer Bauteile. Die Prozesskette beginnt mit dem Compoundieren des Feedstocks (hochgefülltes Compound), der dann im Spritzgießverfahren zum Grünling verarbeitet wird. Anschließend wird beim Entbindern der Binder wieder entfernt und danach die Keramikpartikel zu einem kompakten Bauteil versintert. Durch das in der Großserienfertigung kosteneffektive Verfahren zur Herstellung geometrisch komplexer Keramikbauteile haben diese in den verschiedensten Sparten wie Medizin- und Sensortechnik wie auch für Designobjekte enormes Potential. Die fehlerfreie Herstellung der Bauteile ist dabei eine Grundvoraussetzung und wird nur durch die Abstimmung von eingesetzten Materialien, Prozessen und Bauteilgeometrien erreicht.

Der Lehrstuhl für Kunststofftechnik beschäftigt sich in diesem Themenfeld unter anderem damit, neue Bindersysteme zu entwickeln, diese zu charakterisieren und die gewichtigsten Einflussgrößen  in Experimenten und durch simulationsgestützte Prozessanalysen herauszuarbeiten. Die einzelnen Prozessschritte der Fertigungskette werden in Anhängigkeit der verwendeten Materialien und der gewünschten Bauteilgeometrien optimiert.

Kiefermodel mit Implantat

Das Komplettimplantat – hergestellt im Pulverspritzguss – erfüllt durch die spaltfreie Verbindung des keramischen Abutments mit der Titanschraube sowohl die medizinischen Ansprüchen wie auch den ästhetischen Bedürfnissen des Patienten. (Ein Projekt im Medical Valley – Projektpartner: Arburg, MIB, Oechsler, ZMP)

Ansprechpartner

Sandra Greiner, M.Sc.